édition #03

Spector Books Review

Halloween? Vielleicht! Aber vorher durften wir Jan Wenzel aus Leipzig bei uns in der Hochschule begrüßen. Der Mitbegründer von Spector Books hat vor einer vollen Runde von ca. 100 Zuhörern seinem Alltag als Verleger und den damit verbundenen Aufgaben berichtet. Angefangen von der Gründung vor 17 Jahren bis hin zum heutigen Arbeitsalltag. Das ganze verpackte er charmant in dem er uns sein Essay „Die zwölf Arbeiten des Verlegers“ präsentierte. Er erzählt dabei von der gemeinschaftlichen Suche und Umsetzung von Projekten, vom Studieren und „Weiterbasteln“ des Medium Buchs, der Betreuung und Zusammenarbeit mit den Autoren – und der Entscheidung „Ja“ und vor allem „Nein“ sagen zu können. Außerdem sprach er von dem Druckprozess, der anschließenden Distribution, allen Schritten nach der Veröffentlichung und der eigenen Position auf dem Markt. In diesen zwölf Punkten gab uns Jan Wenzel einen vielfältigen und konzentrierten Einblick in das Verlagswesen.

Dabei wechselte er immer wieder zwischen Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag und der Geschichte von Spector Books ab und beantwortete gekonnt die verschiedensten Zwischenfragen aus dem Publikum. Was heißt es, verlegerisch zu arbeiten? Wie geht man mit Frustration um? Wie geht man mit Änderungen um? Voraussetzung ist Offenheit, Improvisieren, Kommunizieren. Ein Buch entsteht in einem kollektiven Prozess, im Zusammenspiel mit anderen, ähnlich wie ein Film oder ein Theaterstück.

Moderativ eingeleitet wurde der Abend durch Natasha Okoth und Robin Christopher Körner – und durch ein Interview von Marcel Backscheider und Hanna Alessio abgeschlossen. Für leibliches und intellektuelles Wohl sorgte die Designinitiative „édition #03″ unter der Leitung von Prof. Dr. Isabel Naegele mit Wein, Bier, Snacks und einer Leseecke mit Werken aus dem Hochschul-Shop. So konnte der Abend unter dem Motto „Drink&Think“ in gemütlicher Runde ausklingen.