Hive

Der lebendige Schwarm

Die Installation hive

hive ist eine interaktive Lichtinstallation in Form eines großen Lichtschwarms, die schwerelos über dem Weiher hinter der Alten Oper in Frankfurt schwebte. hive hat eine Dimension von 14 x 7 x 5 Metern und besteht aus 1.600 Capix-LED-Leuchten des Unternehmens Zumtobel Lighting GmbH. Für die Capix-LED-Leuchten wurde im Rahmen des Projekts eigens ein Lichtreflektor entwickelt, der das Licht in alle Richtungen streut. Die gesamte Installation hive ist videofähig und reagiert in Echtzeit, jede LED-Leuchte kann einzeln über den Computer angesteuert werden. Die Installation wird sowohl in Bezug auf das Licht als auch auf die Akustik über den Computer mit Hilfe der Softwareprogramme processing, VVVV und Max/MSP angesteuert.

 

Hive auf der Luminale 2010

Der Fachbereich Gestaltung der FH Mainz (School of Design Mainz) nahm mit dem interdisziplinären Projekt hive an der Luminale 2010 vom 11. – 16. April 2010 in Frankfurt teil. Studenten der Studiengänge Innenarchitektur und Kommunikationsdesign entwickelten unter der Leitung von Prof. Klaus Teltenkötter (Medienarchitektur), Prof. Anna-Lisa Schönecker (Interaktives Design), Prof. Clemens Tropp (Lichtdesign) und Andreas Muxel (Medienkünstler) gemeinsam eine mediale Lichtinstallation und setzten das Konzept mit einer dazugehörigen Kommunikationsstrategie für die Luminale im April 2010 um. Viele zehntausende Menschen besuchten die Installation in der Wallanlage hinter der alten Oper in Frankfurt während der Luminale und waren begeistert. Das Projekt wurde bereits in der Vorphase von der Presse und verschiedenen Fernsehsendern begleitet.

Die Luminale ist eines der größten internationalen Lichtkultur-Festivals und findet alle zwei Jahre parallel zur Weltmesse des Lichtes – Light + Buildings – in Frankfurt am Main statt.

hive Impressionen

Der lebendige Schwarm hive wartet über dem Weiher in der Wallanlage im Stadtzentrum Frankfurts darauf, Zuschauer am Ufer durch seine Intelligenz zu verzaubern. Fließende, aufeinander abgestimmte Bewegungen und die immer wiederkehrende Auflösung und Verdichtung machen das Naturereignis „Schwarm“ für viele Menschen so faszinierend. Inspiration für die Lichtinstallation war der Ort selbst. Die Installation greift das Thema Natur und Wasser auf, passt sich durch ihre organische Gesamtform der Umgebung an und verstärkt die phantastische Atmosphäre des Ortes bei Nacht. Menschen werden durch hive fasziniert und sehen die Grünbereiche der Wallanlage mit anderen Augen. hive ist ein intelligenter, selbstorganisierender Organismus, der die Schwarmbewegung in eine Licht- und Tonbewegung übersetzt und Erstaunliches möglich macht.

Interaktion 

Über ein Interaktionsfeld können die Besucher mit hive interagieren. Im Ruhezustand reagiert das bewegte Licht auf eigene Impulse im Verhalten und verändert so das Aussehen des Lichtschwarms. Im aktiven Zustand nimmt der Betrachter auf der Plattform durch seine Bewegungen Einfluss auf die Animation der Lichtpunkte und kann so die Rolle des Jägers oder der Beute einnehmen – den Schwarm anlocken oder vertreiben. Die Lichtinstallation hive wird durch die farbliche und akustische Bespielung der videofähigen LED-Leuchten zum Leben erweckt. Die LED-Leuchten von hive werden einzeln angesteuert und als auf sich selbst reagierendes System animiert.

Das Interaktionsfeld ist eine Plattform, auf die der Besucher steigt und die sich je nach Druckgebung mit dem Körpergewicht in unterschiedliche Richtungen neigt. In die Interaktionsfläche sind vier kapazitative Sensoren integriert, die die Bewegungen auf der Interaktionsfläche als Veränderung der Kapazität in der elektrischen Ladung messen und an den Computer weitergeben können. Unter der Trittfläche werden die tiefen Bässe des Sounds von hive in starke Vibrationen übertragen und zusätzlich reagieren LED-Leuchten unter dem Interaktionsfeld auf die Bewegung des Betrachters, indem sie Ihre Farbe verändern und das Interaktionsfeld den Eindruck des Schwebens erhält. 

Computersteuerung

hive wird mit Hilfe der Softwareprogramme processing, VVVV und Max/MSP über die Bewegungsimpulse im Interaktionsfeld gesteuert. Ähnlich eines Monitors kann hive das ganze Farbspektrum darstellen, ist aber aus gestalterischen Gründen auf wenige Farbnuancen reduziert. In processing ist ein Interaktionsfeld bestehend aus 1600 Feldern programmiert, das mit den 1600 LEDs über Computerprogram VVVV verknüpft ist. Jedes Feld hat in Bezug auf Farbe und Helligkeit seine eigene Schwarmintelligenz und reagiert auf folgende Regeln:

1. Bleibe bei der Gruppe
2. Bleibe in Bewegung
3. Fliehe vor dem Feind oder greife selber an

Mit Hilfe des Interaktionsfeldes (rote Farbfläche im Screenshot) kann man in den Schwarm eindringen und die Felder (Farbe und Helligkeit) verdrängen. Steht niemand auf der Interaktionsfläche fällt hive in den Ruhezustand. Hier sieht man dann eine langsame, immersive Farbbepielung und unterschiedliche Rhytmen.

Der Sound von hive reagiert in Echtzeit auf die Ereignisse im Interaktionsfeld. Je nach Ereignis werden unterschiedliche Soundcluster überlagert, die die jeweilige Stimmung/Stimme von hive wiedergeben. Sound und Interaktionsfeld werden von dem Softwareprogramm Max/MSP gesteuert. 

Kommunikation

Die Kommunikationsmaßnahmen, um hive die nötige Aufmerksamkeit zu verschaffen, sind vielfältig. Sie reichen von Animationen, runden Flyern und T-Shirt-Postern, bis hin zu einer „Flaschmob”-Kampagne mit „Flyer-Man” in Frankfurt und einer regelmäßig aktualisierten Infowebsite, die den Interessierten auf dem Laufenden hält.

Auf der Messe „Light + Building 2010“ machte ein intelligent choreographierter Flashmob, der Schwarmverhalten nachahmt, mit Soundeffekten und bedruckten hive-T-Shirts auf das Projekt aufmerksam.

Der Menschenschwarm mit weißen Punktverdichtungen auf schwarzer Kleidung formiert sich immer wieder neu, strebt mal auseinander und konzentriert sich danach wieder an anderer Stelle. Dabei erzeugen die Schwarmläufer Töne auf Flaschen und sorgen so für Überraschung und Aufmerksamkeit. Ein mit Flyern übersätes Schwarmmitglied gibt die Auflösung des Geschehens. Kurze Stop-Motion-Animationen, indem Alltagsgegenstände wie Büroklammern und Scheren ein Schwarmverhalten aufweisen, ergänzen die werblichen Maßnahmen.

Swarmlab Alte Waggonfabrik Mainz-Mombach

Für die Endphase unseres Projektes hive waren wir mit unserem Swarmlab in Halle 6309 der Alten Waggonfabrik in Mainz-Mombach umgezogen. Die Alte Waggonfabrik ist ein zentral gelegenes großes Gewerbegebiet bestehend aus alter Industriearchitektur und modernen Bürogebäuden in einem kreativen und inspirierenden Umfeld. Die Halle 6309 ist 60 x 32 x 10 Meter groß und durch Ihre Statik der ideale Ort für unseren Probeaufbau. Wir danken dem Unternehmen beos für das großzügige Zurverfügungstellen der Halle 6309!

Team

Luminale X ist ein interdisziplinäres Projekt der Studiengänge Innenarchitektur und Kommunikationsdesign an der FH Mainz Gestaltung. Organisiert und betreut wird das Projekt von:
Prof. Klaus Teltenkötter, Medienarchitektur
Prof. Anna-Lisa Schönecker, Informationsdesign
Prof. Clemens Tropp, Lichtdesign
Andreas Muxel, Medieninformatik

Team

Luminale X ist ein interdisziplinäres Projekt der Studiengänge Innenarchitektur und Kommunikationsdesign an der FH Mainz Gestaltung. Organisiert und betreut wird das Projekt von:
Prof. Klaus Teltenkötter, Medienarchitektur
Prof. Anna-Lisa Schönecker,
Informationsdesign
Prof. Clemens Tropp, Lichtdesign
Andreas Muxel, Medieninformatik

Das Luminale X Team sind:
Tatevik Aghagababyan, Angela Belling, Alice Brüssler, Daniel Büche, Eleonore Cappelaro, Anja Denzer, Mareike Eidner, Thore Höferer, Swetlana Kasemir, Katja Metz, Andreas Pirot, Manuela Strauß, Johannes Wenzel, Stefanie Zingel

Gestaltung FH Mainz ist der größte Fachbereich Gestaltung in Rheinland-Pfalz und der Rhein-Main Region. Er besteht aus den Studiengängen Kommunikationsdesign, Innenarchitektur und Mediendesign.

Gestaltung FH Mainz hat es sich zur Aufgabe gemacht, interdisziplinäre Projektarbeit als wichtigen Bestandteil für Forschung und Lehre zu fördern und starke Synergien mit der Wirtschaft zu suchen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der unterschiedlich spezialisierten Studiengänge am Fachbereich Gestaltung bietet den Studenten eine ideale Basis für eine innovative und zukunftsorientierte Ausbildung auf hohem Niveau. Sie ermöglicht den Studenten die Bearbeitung von zukünftig immer wichtiger werdenden cross-medialen Projekten. Für die Luminale 2010 entstehen so aus dem Zusammenspiel von Innenarchitektur, Kommunikationsdesign und Medieninformatik Kommunikations- und Raumstrategien, die Inhalte mit Licht, Raum und Medien spannend umsetzen und Atmosphären entstehen lassen.

UNSER GANZ BESONDERER DANK GILT

unserem Hauptsponsor/Partner Zumtobel Lighting GmbH, insbesondere Markus Kurz und Pirmin Braun Helmut Bien, Initiator der Luminale für seine große Unterstützung
Prof. Florian Mähl von OSD Frankfurt für seine statische Beratung über die ganze Phase des Projekts light+sound Veranstaltungtechnik für die professionelle Unterstützung beim Aufbau
Wolfram Emmert für den großen Support Design der Interaktionsplattform und den Einsatz Videodrohne
Benjamin Zanke für die Sensorik in der Interaktionsplattform
Tim Sandrock für die entscheidende Idee bei der Auswahl des Krans
Hans-Peter Sattler und Hans-Jürgen Geissler vom Grünflächenamt Frankfurt
Mamas Liebe für das Catering vor Ort
Franz + Dorothee Fendel für ihren Schwarmworkshop
unserer Hochschulleitung, insbesondere unserer Vizepräsidentin Prof. Iris Fäth für die Unterstützung Kommunikationsdesign für der Möglichkeit der Nutzung des AV-Raums
Prof. Alexa Hartig als Initiatorin des Verbundlabors, ohne das wir uns hive nicht hätten leisten können
Prof. Bernd Benninghoff für die großzügige Materialspende
Ruth Preywisch für Ihre Pressearbeit für hive
Tim Conrad und Ann Katrin Hölz für Video und Schnitt
Martina Pipprich und Stefan Gutmann für ihre professionellen Fotos
unseren Hausmeistern für die Unterstützung
den beteiligten Schülern der Mainzer Gymnasien

Fotos: Martina Pipprich und Stefan Gutmann.