Bildet Banden und lernt den Wert im Unperfekten zu sehen

Fünf Fragen an Eva Feuchter

Eva Feuchter wäre vielleicht heute Autorin, hätte sie sich nicht in der Schulzeit für die Illustration entschieden. Aber das kann ja noch werden, findet sie.

Mit dem Zeichnen fing die Leipziger Illustratorin schon als Kind an – damals mit anatomisch korrekten Pferdezeichnungen. Später kamen auch Manga dazu, die waren allerdings nicht mehr so anatomisch korrekt, wie sie sagt.
Eva Feuchter ist freiberufliche Illustratorin. Sie ist fasziniert vom Stadtleben und hat Bücher über Frankfurt und Istanbul illustriert. Dabei kombiniert sie traditionelle Techniken, wie Aquarellfarben und Tinte, mit digitaler Collage. Im Moment experimentiert sie auch mit Animation, was ihr sehr viel Spaß macht jedoch gleichzeitig viel Zeit frisst.

Name
_Eva Feuchter

Wohn/Arbeitsort
_Leipzig

Schwerpunkte
_Illustration

 

Lehre

„Ich habe an der HS Mainz im Master „Blaue Zipfel“ studiert – daher kommt mein Bezug zur Hochschule.

Mir ist es wichtig, dass die Studierenden handwerkliche Grundlagen beherrschen, aber auf der anderen Seite auch lernen, den künstlerischen Wert in spontanen und unperfekten Arbeiten zu sehen. Dabei müssen sich viele erst von den Ansprüchen des Kunstunterrichts in der Schule frei machen. Das schöne dabei ist, dass ich mir das im gleichen Moment immer auch selbst beibringe. Ich lerne sehr viel beim Unterrichten.

Mein Seminar ist darauf ausgelegt, den Studierenden Methoden näher zu bringen, die sie im Arbeitsalltag anwenden können, und Prinzipien von Komposition, Ausdruck etc. gemeinsam auszuprobieren. Es geht zum Beispiel um die Verwendung von Referenzbildern, Diversität in der Figurendarstellung und die Übersetzung von analogen Techniken ins Digitale. Dabei ist vor allem Editorial Illustration im Fokus, so dass die Studierenden mehrere kleine Projekte bearbeiten können, um sich weiterzuentwickeln.“

 

Arbeitsweise

„Es kommt darauf an: Bei Kundenprojekten geht es ja um konkrete Lösungen, da recherchiere ich wie eine Grafikdesignerin und entwickle dann das Bild. Ganz oft kommt die Idee dann beim zeichnen. Ich kombiniere sehr gerne Elemente, um zu schauen, was durch Zufall entsteht. „Ideen“ aus dem Nichts zu entwickeln, ist nicht meine Philosophie.“

 

Helden

„Brecht Evens hat mich sehr beeinflusst, was man auch an meinen älteren Aquarellbildern ganz deutlich sieht. Als ich nach dem Bachelor nicht wusste, wie es weitergehen soll, hat mich ein Comic von ihm inspiriert, mit Illustration weiterzumachen. Ich hatte ihn Jahre vorher auch mal getroffen, hätte aber nie gedacht, dass sich das so entwickelt.“

 

Inspiration

„Online finde ich definitiv die meiste Inspiration, vor allem in Zeiten wie diesen. Ganz oft inspirieren mich aber auch eigene Handyfotos, vor allem Stadtszenen. Ich mag atmosphärische Szenen, dafür gehe ich auch gerne mal auf Google Maps. Meine Lieblingsseite zu Design ist https://www.underconsideration.com/brandnew/ – da geht’s aber um Logodesign.“

 

Fingerzeig

„Man sollte nie vergessen, persönliche Projekte und Interessen ernst zu nehmen und dafür Zeit einzuräumen, auch wenn man Leistungsdruck durch soziale Medien verspürt. Sich mit anderen zu verbinden is ebenfalls sehr wichtig – bildet Banden! Und versteift euch nicht auf ein Feld der Illustration, wie zum Beispiel Kinderbuch. Es gibt so viele spannende Felder, in denen man arbeiten kann.“

 

Webseite / Social-Media
www.evafeuchter.de
Instagram
@evafeuchter