Karina Dunayevska

Schönheitsideale von Regentinnen und Königinnen

In meiner Masterarbeit zu dem Thema: „Schönheitsideale von Regentinnen und Königinnen“ habe ich mich mit der Frage beschäftigt wie sich die weibliche Schönheit in den verschiedenen Zeiten und Epochen verändert hat und wie sich die jeweiligen amtierenden Königinnen und Regentinnen damit identifizieren konnten und ihr entsprochen oder doch nicht so ganz entsprochen haben. Die Frage ist jedoch: Wer definiert Schönheit und ändern sich nicht diese besagten Schönheitsideale im Laufe der Jahre und Jahrhunderte. Ist das Schönheitsideal nicht in verschiedenen Ländern auch unterschiedlich und variiert sehr stark? War es nicht ein mal schön schlank zu sein, kleine Brüste zu haben und schmale Lippen zu besitzen und dann wieder üppige und breite Hüfte zu haben, einen ausladenden Busen und pralle und füllige Lippen zu besitzen? Oder wie sieht es mit der Hautfarbe aus? Lieber die bekannte vornehme Blässe oder dann doch den sonnen geküssten Teint? Ist es ausschlaggebend ob man Schönheitsflecken wie Sommersprossen oder Narben besitzt oder wird eher eine makellose haut verlangt um als schön zu gelten? Des weiteren stellt sich die Frage ob der Kleidungsstiel auch dazu gehört? Denn bekanntlich machen Kleider auch einen wichtigen Aspekt der Schönheit aus. Welche Rituale und Schönheitspflege benutzen diese Damen und war das auch so üblich zu Ihrer Zeit? Welche Prozeduren ließen sie über sich ergehen und quälten sie sich auch damit um jung, attraktiv und schön zu sein? Was galt bei den Römerinnen und Ägypterinnen als attraktiv, was in der antiken und mittelalterlichen Zeit? Dieser Frage gehe ich bis ins 14,15, 16, 17,18,19 Jahrhunderte nach und gelange schließlich bei der Neuzeit an. Bei der Auswahl der Frauen habe ich mich mit den Büchern: „Was würde Frida tun?“ von Elisabeth Foley und Beth Coates und „Frauen die Geschichte machten“ von Peter Arens und Stefan Brauburger befasst und mir die berühmten Frauen der Geschichte angeschaut. Dabei habe ich schnell festgestellt, dass ich mich bei der Auswahl stark begrenzen muss. Nicht nur was die Anzahl angeht, sondern auch das Themenfeld in welchem sie sich bewegen. Die Auswahl fiel mir sehr schwer, da es so viele faszinierende und bewundernswerte Frauen gibt.

In meiner Arbeit über die „Schönheitsideale von Regentinnen und Königinnen“ werden wunderbare Frauen aufgezeigt und ihre ganz besondere Schönheit hervorgehoben. Für die Anfertigung der Portraits habe ich Acrylfarben genutzt. Mir war es wichtig, dass die Frauen so eine eigene Note bekommen. Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden nicht mit dem Computer zu arbeiten, sondern alles handwerklich anzufertigen auf Grund der Tatsache, dass man so jeden Pinselstich sieht und das ursprüngliche Handwerk noch mal in den Vordergrund gerückt wird. Mein Ziel war es einen groben Umriss des Lebens der Königinnen und Regentinnen zu geben. Ich habe jeden Text gleich aufgebaut und mich erst einmal dem Lebenslauf und dem Verlauf des Lebens der Frauen gewidmet. Allerdings wollte ich keine Biografien schreiben, sondern lediglich nur kurz anreißen wann diese Frauen gelebt haben, mit wem sie verheiratet waren, die Kinder welche sie bekommen haben und sonstige prägende Ereignisse und vor allem Umstände ihres Lebens. Diese Tatsachen haben mir eine Art Rahmen gegeben in welchem ich mich gut bewegen konnte. Zwischen dem Geburtstag und Todestag beschreibe ich nämlich die Schönheitsideale die zu der jeweiligen Zeit galten und in wie fern die Frauen ihnen entsprochen haben oder auch nicht. Ich sage ganz offen, welche Frauen als schön gegolten haben oder ob sie vielleicht doch der Norm widersprochen haben und welche anderen, inneren Merkmale, diese als hübsch und attraktiv in den Augen ihrer Mitmenschen und der nachfolgenden Generationen gemacht haben. Doch die beiden oberen genannten Aspekte habe ich nun zwei verschiedene Formen erhalten; Einmal ein Porträt und einmal einen Text. Um diese beiden Elemente zu verbinden bedarf es einem Medium, welches das Porträt und den Text gleichermaßen darstellt und die beiden Elemente mit einander verschmelzen lässt ohne die Wichtigkeit beider zu untergraben und diese als gleichberechtigte Aspekte gegenüber stellt. Auf Grund dieser Tatsache habe ich mich dazu entschieden diese Elemente in einem Buch zu verbinden. Das Buch sollte eine handliche Größe von 220×170 cm haben. Die Portraits ordnete ich stets auf eine Seite an und den Text auf der gegenüberliegen Seite. So bekommt das Buch eine gerade Linie und die Struktur wird auf einen Blick sichtbar. Ich benötige außerdem keine Trennungen zwischen den Frauen weil es direkt klar wird, welche Frau zu welchem Text gehört, auch ohne dass man den Text schon vorher gelesen hat.

Auf der linken Seite befindet sich ausschließlich das Porträt. Es hat keinen Rahmen und auch keine andere Fassung bekommen, sondern steht ganz alleine auf einer Seite. Der Betrachter kann es sich ohne Ablenkung anschauen und auf sich wirken lassen. Auf der rechten Seite hingegen ist der Text in zwei Spalten gegliedert und läuft meistens nicht bis ganz runter. Die zwei Spalten sind identisch lang gefüllt. Als Überschrift tragen diese Spalten immer den Namen der Königin oder Regentin. Unter dem Namen stehen dann in einem kleinerem Text die Geburts- und Sterbedaten. Anhand dieser kann man dann die Damen in eine bestimmte Zeitepoche einordnen. Unter dem Fließtext befindet sich eine mittig angeordnete Zeile, oder auch mehr, mit einem Zitat der Frau und daneben steht noch ein mal ihre Unterschrift – sofern diese auffindbar war. Ich wollte unbedingt noch eine persönliche Note mit hinein bringen und habe mich aus diesem Grund noch für die Unterschrift entschieden. Heraus kam ein breites Spektrum an Schönheitsidealen und die Erkenntnis, dass jede Frau auf ihre eigene Art und Weise schön ist.